René Mächler

René Mächler über sich selbst

„Seit meiner frühesten Kindheit bin ich fasziniert von der asiatischen Kampfkunst. Im Alter von fünf Jahren begann ich, Kung-Fu zu trainieren. Im Lauf der Zeit war es nicht mehr nur die reine Kampfkunst, die mich fesselte, sondern auch die dahinterstehende Philosophie. In meiner Jugend verschlang ich alle Kung-Fu-Filme, die ich auftreiben konnte. Die einfachen und effizienten Weisheiten, die selbst die Filme vermittelten, beeindruckten mich derart, dass ich mich mehr und mehr mit allen Aspekten der fernöstlichen Philosophien auseinandersetzte.

Zu Beginn der achtziger Jahre bot sich mir die Gelegenheit, für längere Zeit in einem chinesischen Shaolin-Kloster aufgenommen zu werden – eine Gelegenheit, welche ich mir nicht entgehen liess. Die Zeit im Kloster war eine der prägendsten meines Lebens: neben der harten körperlichen Ausbildung in der Kunst des Shaolin Kung-Fu und den Meditationen, die enorme Disziplin und Respekt erfordern, erlernte ich auch die Grundlagen der chinesischen Medizin.

Da ich bereits seit Jahren Kung-Fu praktizierte und in meiner jugendlichen Naivität davon überzeugt war, bereits ein grosser Meister zu sein, war ich auch davon überzeugt, diesen Klosteraufenthalt mit Links zu überstehen. Hätte ich gewusst, was mich in China wirklich erwartet, hätte ich mich als europäisches Weichei niemals dorthin getraut. Heute denke ich jedoch gerne an meine Zeit im Kloster zurück.

Die Erfahrungen, das Wissen und die Eindrücke, die ich mitnehmen durfte, haben mein Leben derart geprägt, dass ich in der Lage war, viele Hochs aber vor allem auch Tiefpunkte in meinem eigenen Leben zu bewältigen. All diese Situationen motivierten mich dazu, mich selbst – und dadurch auch die anderen Menschen – besser kennen zu lernen. Durch diese Selbsterkenntnis konnte ich nach und nach auch anderen Menschen einen Weg zeigen, ihre Situation zu verstehen und damit umzugehen. Zunächst war das allerdings nicht so einfach, wie es klingt: für europäische Begriffe grenzen die Lehren der Shaolin ans Esoterische und werden nicht richtig verstanden. Als ich begann, meine Erkenntnisse weiter zu geben, galt ich für viele als Spinner. Wäre vor ihnen ein chinesischer Mönch in seiner Tracht gestanden, hätten sie das Gesagte akzeptiert – aus dem Mund eines Europäers passten die Worte so gar nicht ins Schema.

Daraufhin versuchte ich, die fernöstlichen Weisheiten und Lehren auf die europäischen, insbesondere die schweizerischen, Gewohnheiten und Vorstellungen anzupassen. Diese „Übersetzungen“ gelangen mir immer besser und plötzlich wurde ich verstanden. Genau das half mir, die Essenz der Philosophie zu erkennen und versetzte mich in die Lage, diese Essenz in einfachen Worten wiederzugeben, so dass jeder sie versteht. Wer jetzt glaubt, dass ich ein „Siebensiech“ bin, irrt: es dauerte fast 40 Jahre um das zu erkennen! Und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht zu neuen Erkenntnissen gelangen kann.

Ich danke all jenen, die meinen Weg gekreuzt haben und noch kreuzen werden. Ohne euch wäre ich vermutlich nicht zu meinen Einsichten gelangt. Ich hätte nicht gelernt, diese auch anderen Menschen zu vermitteln und mich selbst so gut kennen zu lernen.“

imagesAuf YouTube sind einige Videos von und mit René Mächler.

 

 

Im TopTalk von Tele Top logo_teletoperfahren Sie mehr über die Philosophie und das Leben von René Mächler.